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M&M: Madrid und mehr


Dienstagmorgen. Nach einer Anfahrt durch Hamburgs allmorgendlichen Pendlerstau treffen sich 13 Weberschülerinnen und ein Weberschüler um 8 Uhr mit Frau Friedrichsen und Herrn Kontschak am Flughafen Hamburg. Nordische 5°C laden zum Händehauchen ein.

10.30 Uhr. Ankunft am Madrider Flughafen. Das erste Problem tritt auf: zwei Schülerinnen passen nicht mehr in den Bus, der die Reisenden vom Flugzeug zum Gate bringt. Die Gruppe wartet eine Viertelstunde, dann tauchen die Vermissten aber wieder auf.

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Angesichts der 30°C kommt Urlaubsstimmung auf, dementsprechend schnell sind die Betten des überaus ansprechenden Hostels bezogen und die Studienfahrer auf erster Erkundung in der Innenstadt verstreut.

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Abends versammeln sich alle zum gemeinsamen Essen in der Nähe des Hostels. Auffallend viele können die, wie die spanischen Restaurantmitarbeiter betonen, „nur milde Schärfe“ des Burritos nicht ab – beim Essen werden also unter Tränen starke Schmerzen ausgestanden. Dennoch überzeugt die mexikanische Burritobar die Reisenden, sodass sie im Verlauf der Reise quasi zu Stammgästen werden.

Der zweite Tag beginnt mit 20°C, der erfrischenden „Kühle“ des Morgens. Es findet eine von Schülern gestaltete Stadtführung zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Madrids statt. Neben beeindruckenden Palästen, Plätzen und Kathedralen bildet die Aussicht vom 100-m-hohen Panoramaturm ein Highlight. Der Tag endet mit einem Ausblick über den riesigen Park Casa de Campo auf den Sonnenuntergang.

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Nach einer einstündigen Busfahrt nach Süden werden am dritten Tag schon morgens andere Seiten Spaniens bewundert. Begleitet von mexikanisch anmutenden Kleinstädten und an die australische Wüste erinnernden Ebenen und Felsformationen am Horizont erreicht die Reisegruppe die kulturreiche und historische Stadt Toledo. Sie ist ein mediterraner Ort auf einem Berg umgeben von einem Fluss. Treppen, Berge und Hitze wird wohl jeder als Erinnerung aus Toledo mitnehmen. Aber auch, dass man beim Mittagessen von einer Armee aus komplett gleich angezogenen südamerikanischen Polizeianwärtern umströmt wird, oder den Prunk der Kathedrale wird jeder im Gedächtnis behalten. Am Ende schwingt sich jeder in schwindelerregender Höhe an einem Stahlseil über den Fluss El Tajo. Beschwerlich ist dann nur noch der Fußweg um die Stadt herum zurück zum Busbahnhof, als die Füße schwer werden, das mitgebrachte Wasser zur Neige geht und die heiße Mittagssonne und die großen Zypressen höhnisch auf die Schüler hinabzugrinsen scheinen. Zurück im Hostel ist die Erschöpfung deutlich.

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Doch das schmälert nicht die Motivation für den nächsten Tag – den Sport-Tag der Studienfahrt. Nachdem das vereinsverherrlichende Stadion von Réal Madrid besichtigt ist, treten die wackeren Weberschüler und die Lehrkräfte eine Tandemtour durch den großen Casa de Campo an. Das Tandemfahren wird schnell von allen gelernt, aber die Tour verläuft anders als geplant. Trotz Helmpflicht bei mehr als 30°C kann ein kühler Kopf bewahrt werden, die Radler überstehen abspringende Ketten und eine hügelige Tour mit kleinen Navigationsschwierigkeiten.

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Am nächsten Tag lässt man sich von den Werken im nationalen Kunstmuseum Reina Sofía den Kopf verdrehen und geht dann in den Park El Retiro. Mit einer Führung durch die wunderschöne Parkanlage werden tolle Erinnerungen an den Rosengarten, den Kristallpalast und eine Ruderboottour geschaffen. Gelungen wird der Tag mit Freizeit in der Stadt abgerundet, viele shoppen auf der Gran Vía, machen Fotos oder besuchen ihre Lieblingsplätze noch einmal (zum Beispiel die Burritobar vom ersten Abend).

Der letzte ganze Tag in Spaniens schöner Hauptstadt bedeutet eine letzte schwere Belastung der schmalen Reisebudgets der Schüler: es werden Madrids berühmte Märkte erkundet. Das reizüberflutende Angebot des Flohmarkts La Latina gefolgt von unzähligen Leckereien im Feinkostmarkt Mercado de San Miguel werden bei einem gemütlichen Picknick im Park verarbeitet. Der Rest des letzten Tages darf wieder frei genossen werden.

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Eine kleine Gruppe Studienfahrer besucht am Abend wieder den Park El Retiro. An jeder Ecke ertönt Musik, ob von Lautsprechern oder Straßenmusikern. Madrids Einwohner jeden Alters treffen sich in kleinen Gruppen im Park, um Walzer, Diskofox, Tango und Flamenco zu tanzen. Die Schüler stoßen zu einer Gruppe Menschen, die Musikern zuhören, und plötzlich fängt ein Paar an, zu tanzen. Andere lachen oder schaukeln fröhlich im Takt der Musik. Offen und herzlich bringt ein älterer Herr den Jugendlichen einige Tanzschritte bei. Niemand ist gehemmt oder verklemmt, die Eutiner finden sich inmitten der lebensfrohen Madrider wieder.

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So schön er auch ist, selbst der letzte Tag geht vorbei. Die Wecker klingeln um 3.15 Uhr in der Nacht. Wir gleichen Zombies, die mit leerem Blick ihre Betten abziehen und mit gepackten Koffern auschecken. Erst die nächtliche Kamikaze-Taxifahrt zum Flughafen macht uns etwas wacher. Der letzte Eindruck von Spanien? Der Sonnenaufgang über den Wolken. Der erste Eindruck von Deutschland? Man steigt aus dem Flugzeug, fängt angesichts des Temperaturschocks an zu zittern, sieht bei 7°C den eigenen Atem und es riecht nach Gülle. Ja, wir sind wieder zu Hause.

Vielen Dank an alle Mitreisenden für eine unvergessliche Studienfahrt mit tollen Erlebnissen, super Menschen und schönen Erfahrungen, an die man sich noch lange gern zurückerinnern wird!

Lea Geiser, Q2.1c

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