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Alwin Meyer am Weber-Gymnasium


Ende Januar gab es für die 10. und 11.Klassen des Carl-Maria-von-Weber-Gymnasiums eine besondere Geschichtsstunde: Alwin Meyer las aus seinem Buch „Die Kinder von Auschwitz“.

Der Vortrag war sehr informativ und berührend, denn der Autor berichtete über das Leben jüdischer Kinder, die nach Auschwitz deportiert worden waren, das KZ überlebten und wie sie ihr Leben danach weiterführten.

In vielen Gesprächen hat Meyer den Schicksalen der einzelnen nachgespürt. Oft musste er sich über längere Zeit regelmäßig mit ihnen treffen, weil sie ihm, als Deutschem, misstrauten und nichts erzählen wollten. Er zeigte während der verschiedenen Geschichten die Bilder der Kinder, bevor sie ins KZ gebracht wurden und gab dann Einblicke in das KZ in Auschwitz. Während der Vorlesung wirkte er ergriffen und er gestand uns, dass er auch während der Treffen mit den ehemaligen KZ-Häftlingen teilweise weinen musste über deren Schicksal. Jedoch trug er die Geschichten neutral und sachlich vor, weil sie so schon schlimm und traurig genug sind. Eine besondere Beziehung hat er zu einem der Interviewten namens Kola, welcher von einer polnischen Familie aus dem KZ gerettet und von ihr adoptiert wurde. Kola hatte sich im Konzentrationslager bestimmte Verhaltensweisen angeeignet, die ihm halfen zu überleben, wie zum Beispiel, dass er Essen für schlechte Zeiten gebunkert hat. Dieses konnte er danach nicht wieder ablegen, weil er jegliches Vertrauen verloren hatte, dass es immer genug zu essen geben würde.

Andere Kinder konnten lange nicht verstehen, dass es keine Toten in den Straßen der Dörfer oder Städte gab, in denen sie nach dem KZ lebten.

Die Lesung hat bei uns großen Eindruck hinterlassen, weil sie die Unterrichtsthemen in Geschichte verdeutlicht hat und man sich mehr über die Verzweiflung und den Schrecken zu dieser Zeit bewusst wurde. Die Schäden, die die Familien, vor allem die Kinder, aus dieser Zeit davontragen mussten, wirken bis heute noch nach.

Wir empfehlen diese Lesung und auch das Buch auf jeden Fall weiter.

Jule Wieseler und Annkathrin Wolfrom

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